Unser Weihnachtsgeschenk an Hinz&Kunzt

Vor einigen Wochen haben wir uns mit den ANTSwithFRIENDS zu einem Mini StartupWeekend getroffen. Herausgekommen ist eine Spendenseite für das Hamburger Obdachlosenmagazin Hinz&Kunzt. Hier kann jeder auf spielerische Art Spenden, oder den vielen Hinz&Künztlern in Hamburg gute Wünsche mit auf den Weg geben. Spenden ist natürlich besser, als nur wünschen. Klar, oder? Also schnell spenden gehen!

huk

Links: ANTSwithFRIENDS, The Making Of, Spenden

Bei Social Media geht es um Menschen

remix-logo

Diese Wochenende war die Remix 09, oder heißt es das Remixcamp 09? Egal, dort trafen auf jeden Fall Werber aus der klassischen Szene auf Onliner. Es war eine interessante Veranstaltung, mit vielen anregenden Diskussionen. Diese Diskussionen haben dann auch dazu geführt, dass dieser Artikel hier entstanden ist.

Schon seit langen stört mich, dass Social Media von den Agenturen lediglich als neuer Werbekanal verstanden wird. Da ist plötzlich zu TV-Spotts, Plakat Werbung ,dem „klassischen“ Internet, ein weiterer Kanal entstanden: „Social Media“. Und schon überlegt man, ob es Sinn machen könnte, sich auch dort zu Engagieren. Ist meine Zielgruppe dort? Wie viel muss ich investieren? Wie messe ich den Erfolg meiner Kampagnen? Die typischen Überlegungen also, die alle nur um eins kreisen: Die Marke und das Budget.

Aber während die Marke bei einem Kinospot oder einer Print Anzeige noch entscheiden konnte, ob er/sie produziert wird oder nicht, ist das bei Social Media komplett anders. Hier hat die Marke keinen Einfluss mehr auf das Geschehen. Ob Verlage Social Media machen oder nicht, ist irrelevant. Der Konsument stellt seine Bücherrezensionen einfach bei Amazon herein. Fertig. Wenn der Konsument eine Spiegelreflexkamera kaufen möchte und Nikon 90D bei Google eingibt, dann landet er überall, bloß nicht bei Nikon’s hochglanz Website. Er findet sich vielmehr wieder in einem Bazar von Produktbeschreibungen, Gesprächen, Preislisten, subjektiven Meinungsbilder, Spinnern und professionellen Tests.

Die Marken können nur versuchen dort wo ihre Kunden sind authentisch mitzureden. Und dort geht es um Menschen. Vielleicht sollten sie mal den freundlichen Verkäufer vom Käsestand auf dem Wochenmarkt  fragen, wie man das macht.

In den 60er und 70er  Jahren war der Konsument noch ein Baby. Es grabschte einfach nach der buntesten, schrillsten Marke, die ihm von den Werbern hingehalten wurde. Aus den Baby wurde ein Kleinkind, dass schon wusste sich zu artikulieren. Über Stiftung Warentest konnte es immerhin Daumen rauf oder runter signalisieren. Jetzt fängt das Kind langsam an zu sprechen. Über Blogs, Foren und Twitter redet es über die Produkte, die ihm vorgesetzt werden. Und es dauer nicht mehr lange, dann ist es erwachsen und wird sich nicht mehr alles gefallen lassen.

Internet Zensur

Kurz zurück zum vorherigen Artikel. Inzwischen haben über 36.000 Menschen die Petition gegen die Internetsperre gezeichnet und es werde pro Minute ca. 12 mehr. Auch die Presse hat inzwischen ausführlich berichtet (Spiegel, Zeit)

Und was macht der Betreiber( Deutscher Bundestag?) jetzt? Er sperrt das Forum zur Petition gegen die Internetsperre.

… Leider werden in diesem Forum die in der von Ihnen akzeptierten Richtlinie enthaltenen Regeln immer häufiger missachtet. Die Verwendung von Links bzw. URLs  –  auch in versteckter Form  –  ist nicht erlaubt. …

Ok, wenn das so in den Regeln steht, muss man sich wohl daran halten. Obwohl das Internet ja gerade von den Links lebt. Was anschließend kommt passt dann hervorragend zum Thema Zensur:

… Das Moderatoren-Team hat zudem beschlossen, keine weiteren Themen in diesem Forum zuzulassen. Diese Maßnahme dient dazu, das Forum nicht noch unübersichtlicher werden zu lassen. Neu eröffnete Themen werden daher nicht mehr nur geschlossen, sondern gelöscht. …

So so. Keine neuen Themen mehr, das wird zu unübersichtlich. Da wird in einer Diskussion einfach mal gesagt: Stop. Ende. Zu viele Argumente. Ruhe jetzt.

Für wie dumm wollen die einen eigentlich noch verkaufen? Oder haben die etablierten Politiker einfach Angst vor dem Internet, jetzt wo sich dort jeder zu Wort melden kann?

Politik und Internet

Gestern haben wir auf dem Politcamp Berlin noch über Politik, Internet-Zensur und Social Media diskutiert. Heute dann eine beeindruckende Vorführung in der Realität.

Gegen 12:30 Uhr habe ich per Twitter von einer Online Petition gegen die von Ursula von der Leyen, aka zensursula, geplanten Internetsperre gehört: „… wow 640 Mitzeichner in kürzester Zeit… mehr http://tinyurl.com/dceu73“. Dann ging es richtig los. Um 14:00 Uhr waren es über 2500 Unterzeichnungen und der Server war stark überlastet. Gegen 14:30 meldete sich dann, ebenfalls per Twitter die Presse: „Wir würden gerne Franziska Heine interviewen, die Initiatorin der Petition zu Netzsperren. Hat jemand nen Kontakt zu ihr? Gerne per DM.“ Jetzt, 14:31 Uhr, liegt die Zahl der Unterzeichner bei 3136.

Schon beeindruckend. Ich bin gespannt wie das weiter geht. Es sind ja gerade mal 3 Stunden vergangen.

Datenklau …

… wenn auch diesmal nur im Kleinen.

Die junge Frau neben mir im Bus telefonierte die ganze Zeit mit ihrer Freudin. Beziehungsstress: “ … ich bin dermaßen enttäuscht …. Arschloch …. nicht mal aussprechen wollte er sich mit mir  …. ich kann mich in Hamburg nicht mehr sehen lassen … das Schlimmste ist, dass er meine Persönlichkeit verletzt hat … Gemeinheit … “ Also das ganze Programm, wobei es der Frau egal war, dass der halbe Bus mithörte.

Nach weiteren fünf Minuten bekam ich dann auch noch mit, was der Auslöser des ganzen Schlamassel war: Sie hatte ihn erwischt, als er mit ihrem Facebook Account unterwegs war. Er kommunizierte dort fleissig, immer unter ihrem Namen. Das ging angeblich schon ein, zwei Monate so. Was der Typ sonst alles unter ihrem Account gemacht hat, weiß ich nicht. Da sie aber vorher meinte, sie könne sich in Hamburg nicht mehr sehen lassen, muss er ja Einiges bewegt haben. Und das auch noch recht geschickt, denn sie hatte ja nichts gemerkt. Wenigstens nicht direkt, dafür aber wohl umso mehr indirekt.

So kann’s kommen. Die Identität des Gegenübers ist in Social Networks eben nicht so einfach überprüfbar wie im echten Leben.

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