Archiv nach Monaten: Januar 2004

[Musik] In der TAZ steht ein interessanter Bericht zur Zukunft der Musikindustrie. Die wird dort zuerst einmal düster beschrieben:

Die Banker weisen nach, dass der Produktlebenszyklus von physischen Tonträgern unweigerlich zu Ende ist. Und genau darauf sind die Strukturen der größeren Labels mit ihren Verwaltungs- und Marketing-Wasserköpfen ausgerichtet. Und darum müssen diese jetzt leider alle sterben. Sorry, aber is so!

Profitieren sollen davon kleine mittelständische Labels. Gleichzeiztig werde die Herstellung von Pop wieder in die Hände von “Spinnern” gegeben und nicht die von überbezahlten Managern.
In diesem Zusammenhang wird auch ein Gerücht über ein Feature des Apple Music Store interessant. So soll es möglich sein, Titel in den Store zu laden. Somit hätten auch kleine Lables ohne eigene Vertriebsstrukturen gleich eine breite Plattform. Das könnte also spannend werden. Aber zur Zeit sorgen überbezahlte Manager noch dafür, dass aus Europe keine Musik aus dem Apple Music Store zu kaufen ist.

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[Hamburg] Seit längerem wundere ich mich schon wievie Friseure es so pro Kopf geben mag. Hier in den Strassen kommt so ungefähr alle 500 Meter einer. Auf jeder Seite natürlich. Ok, auf der Papenhuder Strasse und in Winterhude mag das eben so sein, aber als ich heute mit dem Fahrrad durch Barmbek fuhr, sah es dort nicht viel anders aus. Liegt da etwa eine Überversorgung vor? Oder sind das jetzt die Ich-AGs, also pro Friseur ein Friseurladen? Dazu würde dann wunderbar ein Spruch aus René Polleschs Stücken „World Wide Web Slums“ im Schauspielhaus passen, in dem sich mehrere Ich-AGs unterhalten: “Ich muss dauernd den Wert meiner Arbeit steigern, und da reicht es irgendwie nicht, auch noch mit dir zu reden.”

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[Hamburg] Buch – verzweifelt gesucht.
Ich habe mir heute das Buch Die neue Moral der Netzwerkkinder geholt. Gar nicht so einfach wenn man das in einer der größten Buchhandlungen in Hamburg versucht. Über zwei Etagen gibt es dort so ungefähr alles was gedruckt wird, fein säuberlich nach Sachgebiet geordnet. Bei dem Titel ist es dann allerdings schwierig das richtige Gebiet auf anhieb zu finden. Von Gesellschaft, Marketing, E-Commerce bis Theologie kommt so ziemlich alles in Frage. Also am Infostand fragen. Der Computer zeigte an, dass das Buch 1x vorhanden war und unter Gesellschaft / Trendbuch zu finden sei. Die Verkäuferin sagte “Ich gucke hier mal eben hier nach, bevor ich sie nach Oben schicke”. Nach 5 Minuten herumwühlen in zahlreichen Regalen meinte sie: “Fragen sie mal am dritten Infostand in der oberen Etage”. Dort wird der Titel wieder in den Computer eingegeben, gleiches Ergebnis. “Also hier ist das Buch nicht, fragen sie mal am Infostand für Wirtschaft”. Identische Prozedur am Wirtschaftsstand, Weiterleitung in die EDV Abteilung. Nochmal den Computer abgefragt, dann ging der Verkäufer systematisch vor und fing links an der Regalwand an zu suchen. E-Commerce, Web-Trends, Marketing, Rethorik, Trends usw.. Nach einiger Zeit wurde der Kollege auch mit eingebunden und fing an der andere Seite an zu suchen. Elektronik, Netzwerke, Programmiersprachen.. . Auf meine Frage ob das Buch auch wirklich vorhanden sei, gab es die Antwort: “Also wenn im Computer noch ein Exemplar vorhanden ist, dann haben wir das auch garantiert hier. Ich kann ihnen bloß leider nicht sagen wo wir es haben!”. Nach weiteren 5 Minuten meldete einer dann Erfolg. Er kann stolz mit dem Buch an. Es stand unter “Informatik”.

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[Hamburg] Sylvester, oder Silvester. Einer der schönsten Plätze zum Sylvesterfeiern in Hamburg ist die “Schöne Aussicht”. Der Name sagt es bereits. Die Aussenalster im Vordergrund und Hamburgs Skyline als Hintergrund. Von hier sieht man perfekt die Feuerwerke in der City und das Grossfeuerwerk vom Hafen. Bloß warum müssen Leute schon eine gute halbe Stunde vorher mit dem Feuerwerk beginnen. Kein Sinn für Dramaturgie? Zumindest an den Feuerwerksaktivitäten konnte man den Jahreswechsel nicht erkennen. Kurz vor Zwölf war es genauso laut wie kurz nach Zwölf. Die Knallerei vorher hatte allerdings soviel Rauch
verursacht, dass man das gegenüberliegende Ufer nicht mehr sehen konnte. Also nichts mit “Schöne Aussicht”. Und die Kapitäne der zahlreichen Alsterdampfer werden sich wohl ein Satelitennavigationssystem gewünscht haben. Schließlich gerät man auf der Alster nicht alle Tage ausser Landsicht.

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